Gesellschaft

Die 50er und 60er Jahre in Gedichten und Songs - so sahen es die Zeitgenossen

Kursnummer: X110800
Dozent: Dr. Ingeborg Philipper

Eine Entdeckungsreise durch die Gedichte und Lieder der 50er und 60er Jahre präsentieren Dr. Ingeborg Philipper und Dr. Rolf Schellhase an zwei kurzweiligen Abenden im Musik-Café „Zur Tenne“ in der Warburger Altstadt.
Bekannte Zeilen wie „Empört Euch, der Himmel ist blau“… und „Lest keine Oden, lest die Fahrpläne, sie sind genauer“… und „Nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben, ist barbarisch…“ und „Schwarze Milch der Frühe, wir trinken…“ und „es ist, was es ist“… zeigen uns, dass Politik nicht über das Gedicht verfügen kann und gerade dieses auch sein politischer Gehalt ist. Marcel Reich-Ranickis provokante Frage „Brauchen wir Gedichte eigentlich wirklich? Und wenn ja – Wozu eigentlich?“ hat der leidenschaftliche Polarisierer Reich-Ranicki für sich selbst so beantwortet: „Unsere Welt verändern kann der Poet nicht. Aber er kann sie reicher und reizvoller machen. Also auf diese Weise vielleicht doch, zumindest ein wenig verändern? Mozart und Schubert hatten auf den Lauf der Dinge keinen Einfluss… Indem sie jedoch zur vorhandenen Welt ihr Werk hinzufügten, wurde die Welt eine andere: sie wurde nicht nur erträglicher, sie wurde berückender und berauschender… Sie vermag, immerhin, das Individuum aus seiner Gleichgültigkeit zu reißen und sogar den herkömmlichen Denkbahnen.“ So sahen es wohl auch Reinhard Mey und Dieter Süverkrüp!
Reicher und reizvoller kann der Alltag auch werden durch die Beschäftigung mit Literatur und Musik, wenn wir miteinander Musik und Poesie aus allen Teilen der Welt kennen-lernen, lesen, anhören, erörtern, beschweigen, in Anspruch nehmen. Wir beginnen mit den 50er und 60er Jahren und werden uns in den nächsten Semestern bis an die Gegenwart annähern. „Lieblingsgedichte“ der Teilnehmer sind herzlich willkommen!
Anregungen beziehen wir aus:
Hahn, U.: Dichter in der Welt. Mein Schreiben und Lesen. München 2006
Gernhardt, R. / Zehrer, K.C.: Hell und Schnell. 555 komische Gedichte aus 5 Jahrhunderten, Frankfurt /M. 2004
Reich-Ranicki, M. (Hg.): Die besten deutschen Gedichte. Berlin 2003
Sartorius, J.: Niemals eine Atempause. Handbuch der politischen Poesie. Köln 2014

Mittwoch, 12.09., 20:00-21:30 Uhr; Warburg, Musikcafé zur Tenne (Delbrückstr. 1); 2 Termine; 4 UE; 10€

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